Bundesligisten und EU fördern Walking Football

Ein europäisches Netzwerk von Fußballklubs zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) wird für ihre Initiative beim „Walking Football“ von der EU gefördert. Dem Netzwerk „European Football for Development Network“ (EFDN) haben sich neben Tottenham Hotspur und PSV Eindhoven unter anderem die Bundesligisten Werder Bremen und VfL Wolfsburg angeschlossen.

13 Vereine des Netzwerks (neben den bereits genannten Klubs außerdem Feyenoord Rotterdam, NEC Nijmegen, Vitesse Arnheim, FC Fulham, Club Brugge, KAA Gent, Benfica Lissabon, Vålerenga Oslo, Anorthosis Famagusta) werden nun für vorerst zwei Jahre von der EU finanziell unterstützt. Fördersumme insgesamt: 500 000 Euro. Verteilt wird das Geld über die Stiftung des Netzwerks EFDN an die Vereine abhängig davon, wie sehr sich diese für „Walking Football“ einsetzen. Denn darum geht es: Walking Football, eine Abwandlung des normalen Fußballs, soll bekannter gemacht werden. Statt elf gegen elf heißt es hier fünf gegen fünf auf einem kleineren Feld mit kleineren Toren – und vor allem ohne Sprints. Nur Gehen ist erlaubt. Das soll die Gesundheit und Gelenke der Spieler schonen. Auch Körperkontakt oder Grätschen sind verboten.

Gedacht ist das Spiel, das 2011 im englischen Chesterfield erfunden wurde, für ältere Menschen ab 60 Jahren. Während diese Fußball-Variante in England und den Niederlanden bereits regen Zulauf hat, ist sie in der übrigen EU noch relativ unbekannt. Das will die EU nun mithilfe der 13 Klubs ändern. Das folgende Video gibt einen Eindruck von Walking Football:

Nico Briskorn, Leiter der CSR-Abteilung beim VfL Wolfsburg, ist von den Vorzügen von Walking Football überzeugt: „Das ist ein gutes Angebot für die älter werdende Bevölkerung. Das Verletzungsrisiko ist deutlich geringer und trotzdem kommt es der Fitness und sozialen Kontakten zugute.“ Der VfL will wie Werder Bremen bald eigene Teams aufstellen. Dafür steuern die Klubs auch selbst finanzielle und Sach-Mittel bei; eine Vollfinanzierung gibt es durch die EU also nicht.

Insgesamt wollen die 13 Vereine des Netzwerks EFDN circa 750 aktive Teilnehmer mit dem Projekt Walking Football einbinden. 2017 soll im niederländischen Arnheim erstmals ein Walking Football Europa-Cup stattfinden. Man darf gespannt sein wie sich das Projekt entwickelt. Mit Blick auf die demografische Entwicklung nicht nur in Deutschland (siehe Grafik), sondern in der gesamten EU sollte sich die “Geh-Variante”, die sich auch auf Basketball oder etwa Hockey anwenden lässt, durchsetzen und ein Erfolg werden.

demografische Entwicklung_BMI_tk1Laut der EU führen niedrige Geburtenraten, der Anstieg der Lebenserwartung und eine kontinuierliche Zuwanderung im Ergebnis zwar dazu, dass die Größe der Gesamtbevölkerung der EU bis 2060 nahezu unverändert bleibt, die Bevölkerung allerdings deutlich älter sein wird. Das geht aus einem Bericht von 2009 hervor. Das Verhältnis zwischen der Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (also im Alter von 15 bis 64 Jahren) und der Zahl der Personen über 65 Jahre in der EU soll sich demnach von 4:1 auf 2:1 ändern.

Aufgrund der Zuwanderungen aus Afrika und Krisengebieten wie Syrien muss diese Prognose vermutlich verändert werden, jedoch nur was das Verhältnis von alten zu jungen Menschen angeht. Dass es künftig eine wachsende Zielgruppe für Walking Football geben wird, daran ändert die Zuwanderung nichts.

T. Kuske

Mehr Infos zu Walking Football: http://www.walkingfootballunited.co.uk/

Dieser Text wurde in einer gekürzten Fassung in der heutigen Printausgabe des Sportmagazins Kicker veröffentlicht.

Bildquelle: Gabi Schoenemann / pixelio.de

Text mit jemandem teilen? Dann... Email this to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+

2 Antworten auf “Bundesligisten und EU fördern Walking Football”

  1. Wir, Gold Stars Heracles, aus Almelo in der Niederlanden haben dieses jahr ein internationales turnier organiziert, mit 19 teams aus Holland, 6 aus England, 2 aus Belgien en 1 aus Deutsland. Nachtes Jahr organizieren wir wieder dieses Turnier. Wir hoffen dass sie interessiert sind. Wir spielen nebenan viele turniere en geben ach demos beim amateur vereine.

    Facebook almelocitycup
    Website almelocitycup@weebly.com

Trackbacks and Pingbacks

  1. Leserbrief zum Thema Walking Football - 14. März 2017 at 16:43

    […] “I see you are helping promote walking football with your article on http://www.tobiaskuske.de/2016/04/25/bundesligisten-und-eu-foerdern-walking-football/ […]

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>