Rhein-Neckar Löwen: Mehr Nachhaltigkeit durch Upcycling

Bei jedem Wechsel der Kollektion oder des Ausrüsters fallen Restposten bei einem Profi-Sportclub an. Also zum Beispiel Trikots, die nicht verkauft wurden. Wenn diese Restposten auch nicht über kräftige Preisnachlässe im Sonderschlussverkauf verkauft werden, wandern sie überwiegend in den Müll. Eine Verschwendung von Ressourcen, gegen die etwas gemacht werden kann wie zum Beispiel der Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen zeigt.

Die Idee des Clubs aus Mannheim ist nicht wirklich neu und heißt auf Neu-Deutsch: Upcycling. Nicht mehr verkaufbare, aber dennoch neuwertige Textilien wie Trikots oder Fan-Bekleidung werden zusammen mit Partnern zu neuen Fan-Artikeln verarbeitet. Seit Dezember 2020 kooperieren die Rhein-Neckar Löwen mit zwei Firmen (Chaps Merchandising GmbH aus Frechen und World Sports Company aus Amsterdam), um beispielweise aus Teilen von ausgelaufenen Trikots vorheriger Saisons neue Fanartikel wie zum Beispiel einen Kaputzenpullover mit einem Trikotausschnitt auf der Brust zu produzieren – und sie dann im Fanshop des Handball-Bundesligisten anzubieten.

Kulturbeutel Diakonie MannheimFerner arbeitet der Club mit der Beruflichen Bildung der Gemeindediakonie Mannheim zusammen, die circa einen Kilometer von der Geschäftsstelle entfernt eine Werkstatt betreibt. Dort wurden nach dem Wechsel des Ausrüsters Erima zu Puma aus Restbeständen der Rhein-Neckar Löwen Turn- und Kulturbeutel genäht (inklusive Entfernung des Ausrüsterlogos).

Die Löwen-Geschäftsstellenleiterin Telsa Goede berichtet, dass der Club zuvor grünes Licht bei den beiden Sportartikelherstellern eingeholt hatte: „Sowohl Erima als auch Puma waren sofort einverstanden, die Produkte auf diese Art weiter zu verwenden.” Die Zustimmung der Ausrüster ist sicherlich voraus zu sehen gewesen, dennoch weiß man ja nie.

Überschaubarer Aufwand für den Club

Der Aufwand für die Rhein-Neckar Löwen ist nicht groß: Die Restbestände müssen von den Mitarbeitern des Fan-shop gesammelt werden, dann zu einem der beiden Partner-Firmen verschickt oder zur Diakonie gebracht werden und schließlich wird die dort upgecycelte Ware wieder zurückgekauft und im Löwen-Fan-shop zum Verkauf eingestellt. Signifikante Umsätze werden damit nicht generiert, andererseits fallen auch keine nennenswerten zusätzlichen Kosten für den Club an. Bei der Upcycling-Produktion selbst ist der Bundesligist nicht involviert.

Upcycling-Unikate kommen bei den Fans gut an

Es sind keine Massen an Textilien, die bei den Rhein-Neckar Löwen jede Saison durch die beiden Partnerfirmen und die Diakonie via Upcycling vor dem Müll gerettet werden: In zwei Saisons aus Trikot- und Shirt-Restbeständen wurden jeweils rund 700 Upcycling-Produkte geschaffen (seit 2020 also rund 1400 Produkte). Dennoch ist diese Maßnahme ein Beitrag gegen die Ressourcenverschwendung, die insbesondere in der Textilbranche alltäglich ist. Die per Upcycling entstandenen Unikate sind laut Goede sehr beliebt bei den Fans und verkaufen sich äußerst gut.

Vor allem durch die Zusammenarbeit mit der Diakonie Mannheim sind die per Upcycling entstandenen Turn- und Kulturbeutel ein Vorzeigewerk, das ökologische und soziale Nachhaltigkeit vereint. Die Maßnahme zahlt auch auf die imagefördernde „grüne“ Merchandising-Kollektion ein, die aus nachhaltigeren Materialien gefertigt sind: beispielsweise aus 80 Prozent Bio-Baumwolle und 20 Prozent recyceltem Polyester: Zusammen ergibt dies das Bild eines Clubs, der glaubhaft auf nachhaltigere Merchandising-Artikel setzt.

 Bildquellen: Gemeindediakonie Mannheim

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