Neues Fördersystem für Spitzensportler vorgestellt

Das wird noch länger für Gesprächsstoff sorgen: Mit einer Sportlotterie will Diskus-Olympiasieger Robert Harting die Spitzenathleten in Deutschland besser fördern. Der Berliner stellte in der „Bild am Sonntag“ sein mehrfach angekündigtes Fördersystem vor, das im Frühjahr 2014 starten soll. Ein ähnliches Konzept gibt es bereits in Großbritannien.

„Die Zahl unserer Sportler hat sich seit der Wiedervereinigung verdoppelt, die Anzahl der Medaillen aber halbiert. Wir sind in der Sportförderung auf dem Weg zum Entwicklungsland. Darum handeln wir“, erklärte der dreifache Weltmeister, der immer wieder das bisherige Fördersystem von DOSB und Bund vehement kritisiert hat. Er kündigte an: „Wir wollen langfristig erreichen, dass die Topsportler statt 300 Euro auf 1000 Euro Förderung monatlich kommen.“

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe beziehungsweise deren Wirtschaftstochter Deutsche Sporthilfe GmbH ist Teilhaber der Deutschen Sportlotterie. Aus dem Hause des bisherigen Hauptförderers des Sports in Frankfurt/Main hieß es, dies sei „eine kreative und aussichtsreiche Idee“. Heute wurde im Internet die Homepage der Deutschen Sportlotterie freigeschaltet.

Gesellschafter sind neben der Sporthilfe die Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen sowie das Tiernahrungsunternehmen Torsten Toeller Holding GmbH und der Krefelder Nahrungsmittel-Unternehmer Gerald Wagener. „Ich finde es großartig, dass es jetzt eine private Initiative gibt, die zusammen mit der Sporthilfe die Randsportarten in Deutschland nach vorne bringt“, sagte Dirk Nowitzki. Der Basketball-Superstar, zusammen mit Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel der Einnahmekrösus unter den aktiven deutschen Sportlern, ist allerdings nicht auf irgendwelche Fördersysteme angewiesen.

DOSB reagiert zurückhaltend

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gibt sich abwartend. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sagte der „Rheinischen Post“: „Der DOSB steht der Idee aufgeschlossen gegenüber und hat auch eine Option, sich nach deren Genehmigung an der Sportlotterie zu beteiligen.“ Vesper verwies darauf, dass Sportvereine und Sportverbände bislang schon in hohem Maße von den Erträgen aus Glücksspielen profitieren: „Die Auswirkungen einer privaten Sportlotterie müssen deshalb mit den Lottogesellschaften der Länder abgestimmt werden. Wenn dies eine reine Umverteilung zur Folge hätte, wäre für den Sport kein einziger Cent gewonnen.“

Vorbild Großbritannien

In Großbritannien gibt es bereits eine nationale Sportlotterie, die mit für die vielen Erfolge der Athleten bei den Olympischen Spielen in London 2012 gesorgt hatte. Für einen Einsatz von 2,50 Euro kann nach Hartings Plänen im Internet ein Tippschein ausgefüllt und bis zu 250 000 Euro gewonnen werden. Von jedem Euro gingen mindestens 30 Cent an die Athletenförderung, 40 Cent in den Topf, aus dem die Gewinne ausgeschüttet werden. Der Rest gehe für Steuern und Verwaltungskosten drauf.

Statt auf Zahlen wird auf die Reihenfolge von olympischen Farben gewettet, auf Sportarten und Medaillen. Das Modell soll eine Ergänzung zur Sporthilfe sein. „Die Sportförderung in Deutschland ist beschämend niedrig“, sagte Harting. „Jammern bringt aber nichts. Wir lösen unsere Probleme jetzt selbst.“ Das neue Konzept soll eine Alternative zum gängigen System werden „und auch zusätzlich wirken“.

Weitere Top-Unternehmen vor Einstieg

Gespräche mit Premium-Unternehmen der deutschen Wirtschaft stünden vor dem Abschluss, hieß es auf der Homepage der Sportlotterie. Man werde den olympischen und paralympischen Sport finanziell unterstützen. „Gefördert werden Athletinnen und Athleten, die sich auf Spitzenleistungen bei den Spielen vorbereiten, bei internationalen Wettkämpfen für die Bundesrepublik Deutschland auftreten und national als Motivatoren für Breitensportler wirken“, so die Erklärung. Gefördert werde auch die Arbeit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), die derzeit wieder mal in großen finanziellen Nöten steckt.

(Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

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